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Kunstgießerei und Industriegießerei: zwei Anwendungen des Feuers, zwei Beziehungen zur Zeit

  • 22. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Rahmen der Tätigkeit von Mão de Fogo, ihre Entwicklung und ihr kultureller Wert für Montemor‑o‑Novo


Einführung


Nicht alles, was Metall schmilzt, ist gleich. Der Begriff „Gießerei“ kann eine industrielle Produktionslinie bezeichnen, die kontinuierlich arbeitet und auf Serienproduktion ausgerichtet ist, oder ein Bildhaueratelier, in dem Metall nur dann geschmolzen wird, wenn ein Werk — nach einem langen und gereiften Prozess — diesen entscheidenden Moment erreicht.

Die technische Handlung ist ähnlich — erhitzen, schmelzen, gießen — doch Zeit, Bedeutung und Wirkung sind grundlegend verschieden.

Mão de Fogo entsteht und entwickelt sich in diesem zweiten Kontext.Ein Kontext, in dem das Feuer nicht permanent ist, sondern ritualisiert;in dem der Ofen kein kontinuierlicher Motor ist, sondern ein punktuelles Instrument;in dem der größte Teil der Arbeit vor und nach dem Guss stattfindet, in langsamen Prozessen der Planung, Entscheidung und Ausführung.

Dieser Text zielt darauf ab, diesen Unterschied mit Klarheit zu erklären — als Beschreibung einer realen Praxis mit Geschichte, Entwicklung und konkretem kulturellen Einfluss auf Montemor‑o‑Novo.



1. Ein möglicher Anfang, eine damals rechtlich zulässige Tätigkeit (2001)


Als Mão de Fogo im Jahr 2001 seine Tätigkeit aufnahm, war es rechtlich zulässig, eine Gießerei am heutigen Standort zu betreiben. Der geltende rechtliche und kommunale Rahmen erlaubte diese Nutzung, und die Tätigkeit wurde transparent und kontinuierlich ausgeführt.

Erst mit den Veränderungen der kommunalen Vorschriften und des Raumordnungsplans wurde die Bezeichnung „Gießerei“ in ländlichen Gebieten eingeschränkt. Diese Veränderung war administrativer Natur und unterschied nicht zwischen industriellen und künstlerischen Praktiken.

Es ist daher wichtig festzuhalten:

  • Mão de Fogo existierte bereits und arbeitete legal;

  • die aktuelle Situation ergibt sich aus regulatorischen Änderungen, nicht aus einer Veränderung der Tätigkeit.


2. Entwicklung: von unterstützender Gießerei zum Atelier


In den ersten Jahren fungierte Mão de Fogo hauptsächlich als Gießerei im Dienst externer Künstler.

Mit der Zeit entwickelte sich die Tätigkeit weiter und spezialisierte sich:

  • technische Beratung

  • Projektplanung

  • Entwicklung von Skulpturen

  • Integration in Architektur und öffentlichen Raum

Diese Entwicklung führte dazu, dass die Gießerei heute nur noch eine Phase innerhalb eines umfassenderen kreativen Prozesses ist.


3. Der Ofen: vom permanenten Element zur punktuellen Handlung


In der industriellen Gießerei arbeitet der Ofen kontinuierlich.

Bei Mão de Fogo wird er nur wenige Male im Jahr und für kurze Zeiträume genutzt.

Dies reduziert:

  • Energieverbrauch

  • Materialmenge

  • Umweltbelastung

Der Guss wird somit zu einem spezifischen Moment innerhalb eines längeren Prozesses.


4. Die Zeit der Skulptur


Die Skulptur entsteht nicht im Moment des Gusses.

Sie entsteht in:

  • Modellierung

  • Korrekturen

  • Formenbau

  • technischen Entscheidungen

Und setzt sich fort in:

  • Schweißen

  • Ziselieren

  • Oberflächenbearbeitung

  • Installation

Der Guss ist nur ein kurzer Abschnitt innerhalb eines langen Prozesses.


5. Materialien und Klarstellung


Im Wachsausschmelzverfahren werden hauptsächlich mineralische Materialien verwendet (Sand, Gips, Keramik), die bei korrekter Handhabung nicht toxisch sind.

Außerdem:

  • Sandguss wird nicht intern durchgeführt

  • er wird ausgelagert, wenn notwendig

Dadurch ist die Umweltbelastung begrenzt und kontrollierbar.


6. Name und aktuelle Realität


Der Begriff „Kunstgießerei“ im Namen ist historisch.

Heute umfasst die Tätigkeit hauptsächlich:

  • Bildhaueratelier

  • künstlerische Produktion

  • landwirtschaftliche Tätigkeit


7. Akademische Öffnung


Das Atelier empfängt regelmäßig Erasmus‑Studierende.

Dies:

  • stärkt internationale Verbindungen

  • bringt Sichtbarkeit für Montemor‑o‑Novo


8. Ort der Begegnung


Mão de Fogo ist ein Treffpunkt für:

  • Künstler

  • Kuratoren

  • Architekten

  • Journalisten

Diese Kontakte erzeugen kulturelle Sichtbarkeit.


Schluss


Mão de Fogo ist keine industrielle Gießerei.Es ist ein Bildhaueratelier mit punktueller Gießaktivität.

Das Feuer existiert weiterhin — aber als bewusste Handlung innerhalb eines kreativen Prozesses.

 

 
 
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